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Florian Mannheim 2/11-16 oder: Das Kadett-Projekt….

Florian Mannheim 2/11-16 oder: Das Kadett-Projekt….

Die Feuerwehr Mannheim beschaffte in den Achtzigerjahren mehrere Fahrzeuge des Typs Opel Kadett Caravan. Die erste Serie von insgesamt vier Fahrzeugen wurde 1986 in Dienst gestellt. Drei der Fahrzeuge wurden auf der Feuerwache Mitte, eines auf der Feuerwache Süd stationiert. Die erste Serie war komplett in Feuerrot RAL 3000 lackiert und mit dem 1,6 Liter 40 kW Dieselmotor mit Schaltgetriebe ausgestattet. Eingesetzt wurden sie hauptsächlich in der Abteilung Vorbeugender Brandschutz, beim Sachgebiet Brandmeldeanlagen und als PKW für die Versorgung der Feuerwachen. Alle Fahrzeuge entsprachen der damaligen Norm für Einsatzleitfahrzeuge der Größe 1 und erhielten somit die Funkkennung „11“. Im Jahr 1989 wurden zwei weitere Fahrzeuge beschafft, die sich in einigen Punkten von der ersten Serie unterschieden. So wurden als äußeres, auffälligstes Merkmal die Fahrzeuge in weiß bestellt und lediglich die beweglichen Teile wie Motorhaube, Türen und Heckklappe in Feuerrot lackiert. Dies geschah vor dem Hintergrund, dass die Fahrzeuge damit im Straßenverkehr auffälliger und besser wahrnehmbar waren. Es war ebenfalls die Zeit, als bei den Großfahrzeugen die Kühlergrills und Kotflügel samt Stoßstangen durchgängig in weiß lackiert wurden. Der bei der ersten Serie beschaffte Dieselmotor erwies sich als insgesamt zu träge, weswegen bei der zweiten Serie auf den 1,6 Liter 55 kW Benzinmotor mit Automatikgetriebe gewechselt wurde. Eines der Fahrzeuge wurde auf der Feuerwache Mitte, das andere auf der Feuerwache Nord stationiert. Im Jahr 1991 folgte noch ein weiteres Fahrzeug, welches mit der zweiten Serie in den meisten Punkten gleich war. 

Nach einer Strukturuntersuchung der Feuerwehr Mannheim durch einen Gutachter wurden Ende der Achtzigerjahre auf den Löschzügen der Berufsfeuerwehr Personalfunktionen abgebaut. In der Nachtschicht und am Wochenende waren somit weniger Feuerwehrbeamte im Dienst, dies wurde unter anderem mit einer verstärkten Einbindung der Freiwilligen Feuerwehr kompensiert. Eine weitere Maßnahme war die Einführung des sogenannten „Verstärkertrupps“. Hierzu wurde auf jeder der drei Feuerwachen einer der Kadetts mit einer in der hauseigenen Schreinerei gefertigten Holzkiste ausgestattet. Diese bot Platz für zwei Atemschutzgeräte und die persönliche Schutzausrüstung von zwei Feuerwehrleuten. Fortan wurde dann bei einem Alarm für den Löschzug immer von der Nachbarwache der Verstärkertrupp mit hinzu alarmiert. Dies reduzierte zwar auf der Nachbarwache die diensthabende Wachschicht um einen weiteren Trupp, zu dieser Zeit waren aber wohl Parallelereignisse noch nicht so sehr an der Tagesordnung wie heutzutage, sodass das Risiko als akzeptabel erschien. Dieses System wurde einige Jahre später wieder eingestellt, da man dazu überging, die Löschfahrzeuge anders zu besetzen. 

Die Kadetts waren dann noch bis Ende der Neunziger bzw. Anfang der Zweitausender im Dienst und wurden dann Schritt für Schritt ersetzt. Eines der Fahrzeuge der zweiten Serie wurde nach seiner Außerdienststellung an einen Mitarbeiter der Feuerwehr verkauft, der es von da an privat nutzte. Die Sondersignalanlage vom Typ Hella RTK 3 SL wurde demontiert und die vorhandenen Löcher durch eine aufgeklebte Blechplatte verschlossen. Nachdem das Fahrzeug dann nochmals veräußert wurde, gelangte es in den Besitz eines unserer Mitglieder der Pullmanwerkstattcrew. Aufgrund eines Fahrzeugwechsels landete der Kadett schließlich dann bei uns in der Halle und war dort auf der Projektliste erstmal ganz hinten eingetragen worden. Die Wendung kam jedoch mit der Kontaktaufnahme zu unserem Aufbereiter Norbert. Norbert hat uns eigentlich am Pullmanprojekt einige Arbeiten durchgeführt und durch Zufall beim Gang zur Toilette den Kadett in der Halle entdeckt. Der Kadett war damals durch seine Zeit im Freien lackmäßig ziemlich stumpf geworden, die Kunststoffteile waren ebenfalls ziemlich verwittert. Norbert hat damals aber sofort der Ehrgeiz gepackt und mit dem Satz „Ich zeig euch mal was…“ kam plötzlich eine unerwartete Dynamik in das Projekt. Das Glänzen in seinen Augen, welches uns schlagartig bewusst werden lies, dass er unter dem gleichen Krankheitsbild wie wir leidet, lies ab diesem Zeitpunkt kein Zurück mehr zu. Wir wurden uns schnell einig, sodass Norbert in den darauffolgenden Wochen den Kadett aufbereitete. Das Ergebnis könnt ihr in den Bildern sehen, wir konnten ebenfalls unseren Augen nicht trauen. Leider hatte der vordere linke Kotflügel noch einen notdürftig instand gesetzten Unfallschaden, der so natürlich nicht bleiben konnte. So haben wir damit begonnen, diesen auszubeulen, zu spachteln und damit zu beheben. Auf dem Dach sollte natürlich wieder die originale Hella Sondersignalanlage montiert werden, hierzu musste zunächst die Blechplatte entfernt werden. Nachdem derjenige, der die Platte damals mit größeren Mengen Karosseriekleber quasi „aufgebappt“ hatte, sicherlich nicht im Abendgebet desjenigen, der die Platte entfernen musste, erwähnt wurde, war klar, dass ebenfalls ein Teil des Daches neu lackiert werden musste. Eine passende Hella RTK haben wir mittlerweile auch gefunden, die weiteren Arbeiten laufen aktuell, wir werden euch dazu hier immer wieder auf dem Laufenden halten.

Wir wünschen euch allen einen schönen ersten Advent, nächste Woche geht es dann wieder mit Berichten aus der Werkstatt weiter, euch allen bis dahin eine gute Woche!

Fotoserien

Florian Mannheim 2/11-16 oder: Das Kadett-Projekt…. (SO, 01. Dezember 2024)

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Veröffentlichung

So, 01. Dezember 2024

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